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Farblehre

Ein kurzer Einblick in die Farblehre bei Pferden

Definitionen

  • (Farb)Genotyp: genetische Veranlagung des Pferdes
  • Phänotyp: äußere Erscheinung des Pferdes
  • Homozygot: reinerbig, zwei gleiche Allele
  • Heterozygot: mischerbig, zwei ungleiche Allele
  • Ein Allel bezeichnet eine mögliche Ausprägung eines Gens, das sich an einem bestimmten Ort (Locus=Genort) auf einem Chromosom befindet.
  • Unter Diploidie (von griech. diploe = Doppelheit) wird in der Genetik das Vorhandensein zweier vollständiger Chromosomensätze als sogenannter doppelter Chromosomensatz verstanden.
  • Haploide = ein Chromosomensatz (z. B. Eizelle, Spermium) Beispiel: Eizelle und Spermium verschmelzen und daraus entsteht ein Fötus, ein Diploid. Menschen und die meisten Lebewesen sind Diploide.
  • Polypoide = mehr als zwei Chromosomensätze: Bärtierchen, Teichfrosch, Forelle, Saatweizen, Störe, Erdbeeren,

Einige bekannte Farbgene und Allele

Grundfarben:

  • Gen „Agouti“ > Allel A (diese Gen ist für Braune und Rappen zuständig)
  • Gen „Extension“ > Allel E (dieses Gen in doppelter Ausführung gibt den Fuchs)

Aufhellungen:

  • Gen „Cream“ > Allel C oder Ccr (Palomino, Buckskin, Smoky, Cremello, Perlino, Smoky Cream)
  • Gen „Dun“ > Allel D (Falben mit Aalstrich aller Art)
  • Gen „Silver“ > Allel Z
  • Gen „Champagne“ > Allel Ch

Schimmelfarben:

  • Gen „Grey“ > Allel G
  • Gen „Roan“ > Allel Rn (so genannte Farbwechsler, z.B. Mohrkopf etc.)

Farbmuster:

  • Gen „Tobiano“ > Allel T
  • Gen „Leopard/Tigerschecke“ > Allel Lp NEWS
  • Gen "Pattern1/PATN1" NEWS

Dominant und Rezessiv
dominant= ein dominantes Gen ist zu sehen und kann nicht verdeckt vererbt werden, z.B. Cream, Falbe, Schecke
rezessiv= ein rezessives Gen kann verdeckt vererbt werden und kommt nur zum Ausdruck, wenn sich zwei rezessive Gene treffen, z.B. Rotfaktor des Fuchses.

Vorwort
Auf der Welt gibt es Millionen von Pferden, aber es können noch so viele sein – es gibt nur 9 Genotypen!
Ein Pferd trägt mehrere Farbmerkmale, wichtig ist immer, die Grundfarbe zu bestimmen. Alle anderen sichtbaren Merkmale kommen zusätzlich hinzu. Prinzipiell kann man sich an diesen Merksatz halten: Ein Pferd vererbt das, was man an ihm sieht (dominanter Erbgang)! - Es gibt natürlich auch hier, Ausnahmen! (rezessiver Erbgang)
Hier möchte ich die gängigsten Farben vorstellen, zum einen die Grundfarben, dann das begehrte Creme-Gen, Falben, die Schimmelfarbe, Plattenscheckung und Appaloosafarbe!

Farbtests
Falls Sie Interesse daran haben, Ihr Pony Farbgenetisch testen zu lassen biete ich Ihnen hier eine Liste der mir bekannten Institute und Laboratorien, an die Sie sich wenden können:

UC Davies, California
Animal Genetics, Florida
Gene Control, Grub
Certagen GmbH, Rheinbach
Laboklin, Bad Kissingen

Biofocus, Recklinghausen

Die Grundfarben

Phänotyp

Fuchs

Brauner

Rappe

Es gibt

neun

Genotypen

eeAA

eeAa

eeaa

AAEE

AAEe

AaEE

AaEe

aaEE

aaEe

Verschiedene Farbnuancen sind innerhalb der Grundfarben möglich, wie z. B. Rotbrauner, Rotfuchs, Lichtfuchs, Glanzrappe, Sommerrappe,  etc.

Braune sind eigentlich Rappen mit einem so genannten „Verdrängungsgen“, genannt Agouti. Dieses Gen „verdrängt“ die schwarze Farbe auf die Extremitäten und das Langhaar.

Ein Fuchs ist ein Brauner mit doppeltem Rotfaktor.


Arielle,ein Rotfuchs Utah, Rappe Helam_Braun
Arielle, Fuchs Utah, Rappe Helam, Braun

Die Grundfarben können anhand der Gen-Tests für Extension/Rotfaktor und Agouti/Schwarzverdrängung bestimmt werden!

Jedes Pony/Pferd hat eine Grundfarbe. Es kann aber auch noch weitere Merkmale haben wie z. B. Aufhellungen, Scheckung, Appaloosafarbe etc.

Die Creme-Aufhellung (engl. Cream), dominanter Erbgang

Grundfarbe

Fuchs

Brauner

Rappe

Mit einem Creme-Gen:

Palomino

Buckskin

Smoky

Merkmale:

Aufgehellte Augen,

helle Mähne

„Maske“ im Gesicht,

dunklere Beine,

aufgehellte Augen,

schwarze Mähne

Aufgehellte Augen, „Mehlmaul“, leicht aufgehellte Körperpartien

Mit zwei Creme-Genen:

Cremello

Perlino

Smoky Cream oder Smoky Black

Merkmale:

Zwei blaue Augen, Körper fast weiß/cremeartig, helle Hufe

Achtung!

Es besteht natürlich immer die Möglichkeit, dass es auch Palominos mit zwei blauen Augen gibt. Hier muss man ins Pedigree sehen, ob die Wahrscheinlichkeit besteht, ob dies wirklich ein Cremello sein kann. Bei Unsicherheit: Gentest! Im Umkehrschluss heißt dies, es gibt keine Cremellos/Perlinos/Smoky Creams ohne blaue Augen!

Doppel-Creme-Gen-Träger vererben zu 100 % das Creme-Gen weiter, man sagt, sie sind 100%ige Palominovererber, was nicht ganz stimmt, da auch Buckskins oder Smokys fallen können.

Es gibt einen Gen-Test für das Creme-Gen!

Buckskins werden im deutschen Sprachraum oft als Falben bezeichnet, was nicht stimmt, da ihnen der Aalstrich fehlt, somit können Buckskins auch keine Falben vererben, aber sie können ein Creme-Gen weitergeben!

Hier muss man wissen, dass oft im belgischen und holländischen Raum für uns windfarbene Pferde als Perlinos bezeichnet werden, diese tragen werder ein Creme-Gen noch haben sie blaue Augen.

Mira_Trab Zweigerl_DetailbildDetailbild_Schneeflckchen
Mira, Palomino                                Bayern´s Zweigerl, Buckskin      Schneeflöckchen, Cremello

Fuchs mit einem Creme-Gen            Brauner mit einem Creme-Gen    Fuchs mit zwei Creme-Genen

Das Falb-Gen (Verdünnungs-Faktor), dominanter Erbgang
Die Falbfarbe ist eine „Wildfarbe“. Diese Farbe ist häufig in Rassen zu finden, die noch wenig züchterischem Einfluss unterlagen, z. B. Fjord, Konik, Dülmener, Tarpan und Criollo. Auch beim Shetland Pony gibt es Falben. In einigen Rassen wurde diese Farbe komplett ausselektiert.

Falben erkennt man leicht am so genannten Aalstrich (ein schwarzer Strich von Widerrist bis zum Schweifansatz, meist fortlaufend durch den Schweif hindurch). Genau genommen fängt der Aalstrich im Genick an und läuft am Hals zum Widerrist, deshalb haben Falben auch eine zweifarbige Mähne (sieht man besonders gut an Fjords). Weniger oft kommen weitere Wildabzeichen wie z. B. „Eselskreuz“, Querstreifen an den Beinen, Streifen an Hals und Widerrist vor.

Falben kann eFarblehre_Falbes in allen Farben geben.

Oft werden Falben mit Buckskins (Braunen mit Creme-Gen) verwechselt, diese tragen aber keinen Aalstrich.

Es ist gut möglich, dass ein Pferd auch einen Pseudoaalstrich trägt, es handelt sich hierbei um keinen echten Falben.

Der Falb-Gen-Test wird in den USA (UC Davies, California) durchgeführt! Ist aber recht aufwendig.

Sonderform “Schimmel”, dominanter Erbgang

  • fortschreitende SchimmelfärbungFarblehre_Schimmel
Ein Schimmel wird immer farbig geboren und “schimmelt” mit dem Lauf der Jahre mehr oder weniger schnell aus. Je nach Farbe unterscheidet man zwischen Rapp-, Braun- oder Fuchsschimmel. Es gibt aber auch Palomino-, Buckskin- oder Smokyschimmel.

Auch Schimmelschecken sind möglich! Diese werden gescheckt geboren und schimmeln aus, diese Sonderform nennt man auch „Porzellanschecken“, diese vererben natürlich auch Scheckung.

Solche sogenaFarblehre_Rappschimmelnnten „fortschreitenden Schimmel“ sieht man ausgeschimmelt ihre Urspungsfarbe kaum noch an. Ihre Haut ist dunkel. Bei Schimmelschecken sind die ehemaligen weißen Stellen auch hellhäutig, gut beim Waschen zu beobachten.



Ein Gen-Test für den dauerhaften Schimmel wird in den USA angeboten!

  • Roan-Schimmel“, permanente SchimmelfärbungFarblehre_Mohrkopf

Die Roan-Schimmelung kommt aus den Rassen der Isländer und der Shetland-Ponys. Alle anderen Ponys und Pferde, welche dieses Merkmal tragen sind Kreuzungen mit diesen Rassen entsprungen. Ein Roan wird im Fellwechsel weiß und bleibt an den Extremitäten in seiner ursprünglichen Farbe. Im deutschen Sprachgebrauch nennt man diese Färbung „Mohrkopf“. Im Englischen sagt man hierzu einfach „Roan“. Es gibt auch Roan-Schecken!

  • Weißgeborene Schimmel
    Es gibt auch weißgeborene Schimmel! Die Haut ist hell und sehr sonnenempfindlich (Krebsrisiko).

Plattenschecken (Tobiano), dominanter Erbgang
Farbmuster wie (Platten-)Schecken gibt es auch in den Grundfarben und deren Aufhellungen (usw). So gibt es Fuchschecken, Braunschecken, Rappschecken, Falbschecken, Palominoschecken, Cremelloschecken usw.

Farblehre_Plattenschecke

Bei den Shetland Ponys und deren Kreuzungen gibt es keine Abzeichen. Trägt ein solches Pony Abzeichen im Gesicht (z. B. Stern, Schnippe, etc.) oder Abzeichen an den Beinen (z. B. Socken, weiß gefesselt, weiße Füße, etc.) gilt dies als Scheckung. Diese Ponies können auch mit einem einfarbigen Paarungspartner gescheckte Nachkommen bringen. Solche Sonderformen der Scheckung unterscheidet man in Minimalschecken (wenig weiß) und Maximalschecken (viel weiß).

Weitere Scheckzeichnungen, die es beim Shetland nicht gibt, sind: Frame Overo, Sabinoschecke, Splashed White
Ein Gen-Test für das Tobiano-Gen kann durchgeführt werden!


Kreuzung von Plattenscheckung und TigerscheckungFarblehre_PintaloosaEin Pintaloosa ist eine Kombination aus (Platten)Scheckung und Tigerscheckung (Leopard, Appaloosa). Auch diese gibt es in allen Farbkombinationen. Entweder nennt man diese Farbkombination Pintaloosa (PintoAppaloosa) oder Appiano (AppaloosaTobiano).


Tigerschecken (Leoparden, Appaloosas), rezessiver Erbgang

Online Seminar von Appaloosa Project über Appaloosa-Vererbung
Eine Farbe, die leider auf einen Übersetzungsfehler basiert! Der englische Begriff „leopard“ wurde leider nicht als Leopard übersetzt sondern mit Tiger. Es handelt sich somit also nicht um gestreifte sondern um getupfte Ponies! Diese Farbe ist unter anderem unter der Bezeichnung Appaloosa bekannt!

Die Genetik der Appaloosas ist inzwischen zum Teil entschlüsselt. Das Leopard/Tiger/Appaloosa-Gen liegt auf Chromosom 1 und kann durch einen direkten und indirekten Test nachgewiesen werden. Die Colorierung ist sehr unterschiedlich, diese kann noch nicht getestet werden. So gibt es folgende verschiedene Farbbeschreibungen: Leopard oder Volltiger, Frosty (Stichelhaarig), Snow Cap (Weiße Kruppe), Spotted Cap (getupfte weiße Kruppe), Snow Blanket (weiße Decke, bis vor an die Schulter), Spotted Blanket (getupfte weiße Decke), Speckled (gefleckt, viele kleine Tupfen), Snowflake (Schneeflocke, weiße Tupfen auf dunklem Grund), Mottled (gesprenkelt), Varnish Roan (weiße Haare mit Schattenzeichnung), Roan mit Flecken, Few Spot (Weißgeborener). Seit neuestem kennt man auch die Begriffe „Few Cap“ und „Sky Eyes“.

Inzwischen kann das Gen LP (=Leopard Spotting) getestet werden. Bei der Geburt muss man heterozygote und homozygote LP Träger nicht unbedingt unterscheiden können. Pferde/Ponys die ein oder zwei LP Gen/e tragen können bis zum fünten Lebensjahr uns bekannte Tigermerkmale bekommen, die meistern erhalten sie schon bis zum zweiten Lebensjahr. Solche Appaloosamerkmale sind wie folgt:

weiße Sklera (Menschenauge),
unpigmentierte Haut ums Auge herum, ebenso in Bereichen des Mauls und in der Anal und Genitalregion,
unpigmentierte Hufe, gestreifte Hufe,
Appaloosa Roan-Färbung/Stichelhaarigkeit.

Die ersten drei Merkmale kommen oft, aber nicht immer schon bei der Geburt vor für Fohlen die ein LP gen tragen. Das LP-Gen enthält auch den Schlüssel über Punkte.

Das vierte Merkmal (Stichelhaarigkeit) ist ein spezieller Typ der Stichelhaarigkeit und ist nicht von Geburt an zu sehen, es erscheint meist erst nach dem ersten Fellwechsel.

Maul Auge Hufe

Am beliebtesten sind natürlich die Volltiger (=leopard) mit Tupfen am ganzen Körper von Geburt an (erkennt man an den weißen Beinen). Es gibt auch ausgetigerte Volltiger (= near leopard), diese kommen farbig zur Welt, evtl auch schon mit einigen Tupfen und mit der Zeit tigern diese Tiere aus (dunkle Beine).

Ein weiteres Gen wurde entdeckt! dieses Gen ist für den weißen Hintergrund für die Musterung zuständig, es heißt PATN1, abgeleitet von Pattern (=Muster), 1 deshalb, weil es das erste Gen ist welches für die Farbmuster entdeckt wurde. Hier gibt es natürlich heterozygote und auch homozygote anlagen. Dieses Gen gibt sozusagen die "Hintergrundfarbe" weiß wieder in unterschiedlichen Ausprägungen, d. h. dadurch werden die Punkte, welche vom LP-Gen vorgegeben werden sichtbar. Das PATN1 Gen ist also dafür zuständig ob wir Schabracktiger, fast-Volltiger, Volltiger, Few Spots, fast-Few Spots usw. haben. Dieses Weiß-Gen muss nicht unbedingt schon bei Geburt zu sehen sein sondern kann erst mit zunehmendem Alter erscheinen. So erklärt sich auch warum viele Appaloosas scheinlich "ausschimmel", sofern kein echtes Grey-Gen vorliegt sind diese natürlich keine Schimmel, ganz im Gegenteil, sie können somit auch echte reinerbige Tigerschecken sein. Es wäre also auch möglich, dass ein getupftes Tier plötzlich ganz weiß wird, überlegen Sie sich gut, ob Sie sich sofort von diesem Tier trennen aus Angst es wäre ein Schimmel! Es könnte ganz im Gegenteil etwas ganz besonderes sein.

Auf Grund dessen, dass das "Hintergrund-weiß", wie ich es jetzt nenne, auf einem extra Gen liegt und das LP-Gen ein eigenes Gen ist gibt es natürlich (!!!) EINFARBIGE REINERBIGE Tigerschecken!!! Unglaublich aber wahr! Hier können sich alle Appaloosa-Züchter bestätigt fühlen, die schon immer gesagt haben, dass auch einfarbige Tigerschecken sich gut bzw. auch sehr sehr gut vererbt haben was Farbe anbelangt! Einfarbige Tigerschecken sind also nicht wertlos für die Zucht! Alle reinerbigen Tigerschecken sind im übrigen Nachtblind, dies ist inzwischen zu 100% bestätigt, es ist allerdings fraglich in wieweit diese Nachtblindheit ausgeprägt ist, hier kann Ihnen Ihr Tierarzt weiterhelfen. So ist es unter anderem verständlich, warum auch bei weißgeborenen Few Spots (womöglich reinerbig auf PATN1, nicht komplett weiße Few Spots scheinen nach dem aktuellen Stand der Forschung heterozygot auf PATN1 zu sein. Ein als Volltiger geborenes Fohlen scheint ein homozygoter PATN1 zu sein, allerdings heterozygot LP; ein Tigerschecke der erst auspunktet ist ein heterozygoter PATN1 und ebenso heterozygot LP) auch einfarbige Fohlen mit Tigermerkmalen fallen können! Bei jenen Fohlen fehlt das PATN1 Gen oder es erscheint eben erst später. Ein reinerbiger Tigerschecke vererbt so aber immer ein LP Gen. Die Farbbezeichnungen für Appaloosas werden sich in den nächsten Jahren stark verändern. So sagt man inzwischen auch nicht mehr Few Cap sondern Near Few Spot mit der Prozentangabe des Weißanteils am Körper. So ist Bavaria Abu ein Near Few Spot mit 65 % Weißanteil, die "merkwürdige" Weißzeichnung an Schulter und Hals nennt man Ghostings.

Das LP-Gen kann bei BIOFOCUS in Recklinghausen getestet werden (Herr Dr. Wagner). Wir haben unsere Bavaria Karlotta Sweet testen lassen, eine einfarbige Grulla Appaloosa Stute mit Appaloosamerkmalen und ausgerechnet wir haben den Sechser im Lotto selbst gezogen: Lotti ist eine reinerbige Tigerschecke (LPLP)!!

P1070165

Sonderfall 1: Doppelgenträger für LP aber ohne Farbmuster sind einfarbige reinerbige Tigerschecken (auch mit Tigermerkmalen).
Sonderfall 2: Aus einer Verpaarung von heterozygoten LP udn PATN1 Trägern wäre es somit möglich, dass ein Nicht-LP-Träger fällt mit einem PATN1 (oder zweien) fällt. Solche ein Tier wäre einfarbig, da das LP Gen wie ein Lichtschalter funktioniert. Ist dieses nicht vorhanden, wird auch keine Musterung sichtbar. Mit einem LP-Träger verpaart kann natürlich ein wunderschöner Appaloosa fallen.

So erklärt sich auch, dass plötzlich aus "totgeredeten" Linien schöne Tiger fallen können. Diese Entdeckung bezeichne ich als PRO und auf Aufwertung für jeden einfarbigen Tigerschecken, die bisher immer gerne schlecht geredet wurden.

Züchterisch erwiesen ist, dass zu fast 100%iger Wahrscheinlichkeit so genannte Few Spots und Few Caps 100%ige Appaloosafarbvererber sind. Entsprechend selten sind solche ECHTEN Farbvererber leider anzutreffen. Und es ist eine gute Kenntnis nötig, um ein solches „Juwel“ zu finden.

Die Forscher in den USA sagen, dass ein Tier mit wenigen Punkten mit hoher Wahrscheinlichkeit ein homozygoter Tigerschecke ist, da dieses Tier, wie schon einige Züchter auch immer gesagt haben, "zu viel Farbe" hat. Genetisch erklärt sich das wie folgt: Das LP Gen trägt die Information für Punkte, liegt das LP Gen doppelt vor, hebt sich diese Information ganz oder größtenteils auf. So erklärt sich warum weiße Few Spots ein paar Punkte haben. Auch unsere Lotti kann aufhellen und später einmal einige Punkte zeigen, aber sie wird nicht komplett tigern.

Appaloosas zu züchten ist nicht einfach! Es kommt oft genug vor, dass aus einer Appaloosa x Appaloosa-Anpaarung ein einfarbiges Fohlen (auch ohne Tigermerkmale) fällt. Ein einfarbiger Appaloosa mit Tigermerkmalen kann aber genauso Farbe vererben wie alle anderen auch. Einige Züchter behaupten sogar, dass diese am besten vererben. Andere wiederum möchten natürlich nicht mit ihnen züchten und geben diese deshalb günstig ab - vielleicht ein Farb- und Vererbungsschnäppchen?